Der Funtensee - Kältekammer Deutschlands

Autor: Petra

Der Funtensee im Winter/©flickr/schifahrer_xx

Der Funtensee ist ein kleiner unscheinbarer See in den verkarsteten Weiten des Steinernen Meeres. Auf einer Höhe von 1601 Meter schmiegt er sich umgeben von Bergketten in einen Talkessel.

Entstanden ist der See durch Ablagerungen des Gletschers, der während der letzten Eiszeit dieses Gebiet überdeckte. Die Grundmoräne des Eiszeitriesen lagerte sich in der Doline des Funtensees ab und verdichtete so den Untergrund. Nun konnten sich Bäche und oberirdische Zuflüsse im Funtensee sammeln. Der See hat im Gegensatz zu den meisten anderen Bergseen keinen sichtbaren Abfluss. Sein Wasser gelangt durch den Ponor - ein unter der Wasseroberfläche liegendes Schluckloch, welches am Funtensee auch als Teufelsmühle bezeichnet wird- unterirdisch in den Königsee. Für seine Reise in den 1000 Meter tiefer gelegenen Königsee benötigt das Wasser nicht einmal einen halben Tag.

Eine Besonderheit des Funtensees sind die extrem niedrigen Temperaturen. Selbst im Rekordsommer 2006 wurde hier mit -0,5 Grad Nachtfrost gemessen. Durch die Dolinenform des Tales sackt die kältere, schwere Luft bis zum See ab. Der einzige Abfluss für die kalten Luftmassen befindet sich in der Saugasse, in Richtung Königsee. Die tiefste bisher in Deutschland gemessene Temperatur, wurde Weinachten 2001 auf 1601m am Funtensee gemessen und ist mit - 45,9 Grad bisher ungeschlagen.

Um den See herum haben sich im Zuge der landwirtschaftlichen Nutzung (bis 1964) 3 verschiedene Vegetationsebenen gebildet.

  1. Die sich unmittelbar um den See herum befindende Zone, ist eine durch vorwiegend geschlossene Grasdecken geprägte Nasswiesenlandschadschaft.
  2. Etwas Oberhalb des Sees, ist eine durch typische Alpenblumen, wie Rostsegge und Rasenschmiele bewachsene Weidefläche entstanden. Die durch die ehemalige Viehweidennutzung bedingte Düngung der Wiese, führte zur Ansiedlung von, für die Nähe zu Almhütten, typischen Pflanzen wie Milchkrautweide und Alpenampfer. Vom Königsee aus wird die Weidefläche weiterhin als Schafweide genutzt.
  3. Ober halb des Sees befindet sich die “Baumzone”. Hier finden sich Fichten, Lärchen und Alpenrosen.

Blick auf das Kärlingerhaus/©flickr/Tobi_2008Der Funtensee ist über verschiedene Zustiege zu erreichen. Als Übernachtungsmöglichkeit kann das Kärlingerhaus genutzt werden. Der kürzere aber steilere Aufstieg erfolgt über den Königsee, von St. Bartholomä aus. Von hier führt die Saugasse hinauf. Ein weiterer Aufstieg ist über die Wimbachbrücke, Wimbachgrieß möglich. Dieser Aufstieg ist deutlich länger aber nicht ganz so steil. Um den Funtensee herum gibt es zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten auf die umliegenden Massive.


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Daniela Kilian schreibt
am 16. Januar 2009 um 11:55 Uhr

Hallo Petra,
Könnten sie mir bitte den Kontakt zum Fotografen geben?
Das Winterbild würde ich gerne kurzfristig in unsere Website setzen, wenn es honorarfrei mit Alttext: Copyright:… möglich ist.
Vielen Dank
Daniela Kilian

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Petra schreibt
am 16. Januar 2009 um 15:48 Uhr

Hallo Frau Kilian,

Das bild stammt von Flickr.com . Einer Fotobörse im Internet. Funtensee von Skifahrer_xx. Diese Bilder können kostenlos verwendet werden. Einfach nach Funtensee suchen.
Ich hoffe ich konnte helfen. :)

Petra

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Stephan schreibt
am 27. Januar 2009 um 14:09 Uhr

Hallo Petra, dass ist ein sehr interessanter Bericht!

Der folgende Abschnitt sorgt aber oft für Frust und Verwirrung:
Die tiefste bisher in Deutschland gemessene Temperatur, wurde Weinachten 2001 am Funtensee gemessen und ist mit - 45,9 Grad bisher ungeschlagen.

Kaum einer der Gäste weis, dass der Funtensee hoch über Berchtesgaden liegt und solche Minustemperaturen im Tal nicht herrschen. Viele potentielle Gäste bleiben deshalb oft fern und das sorgt für Frust bei den Gewerbetreibenden.

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Petra schreibt
am 3. Februar 2009 um 15:09 Uhr

Hallo,

ich werde in dem von Ihnen genannten Abschnitt nochmals explizit erwähnen, dass der Funtensee nicht im Tal sondern auf über 1000 m liegt.
Tut mir leid, fals das für Verwirrung gesorgt hat. Aber im Anfangsteil wird bereits die Höhe des Funtensees genannt daher bin ich davon ausgegangen, dass das dann passt.

Ich hoffe das es dann so in Ordnung geht ansonsten einfach melden. :)

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am 2. März 2009 um 21:23 Uhr

Hi Petra,
schöner Beitrag, wer denkt dass in Berchtesgaden solche Minustemperaturen herrschen, ist schön doof! Wir sind ja nicht in Rußland. Aber was mich noch interresiert ist ein Aufstieg von Saalfelden aus zum Funtensee und zwar im Winter. Wer hat hier eine genaue Wegbeschreibung und wann ist die beste Zeit, wegen Lawinengefahr und fester, tragender Schneedecke. Oder wer kennt einen erfahrenen Bergführer-/ steiger der sich dort gut auskennt. Will mir im Sommer mal einen Überblick dort verschaffen.
Danke im Voraus,
liebe Grüße aus Traunstein,
Wolfgang.

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Stephan schreibt
am 21. November 2009 um 23:52 Uhr

Servus Wolfgang,

frag mal bei der Wintersportschule Berchtesgaden nach. Der Grassl Michael kann dir da mit sehr großer Wahrscheinlichkeit gut weiterhelfen.

:) lg Stephan

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