» Lötschental

Autor: Ariane

Nach Teil 1 mit allgemeinen Informationen und Teil 2, bei dem es sich um den Winter im Walliser Lötschental dreht, folgt nun Teil 3 mit einem kleinen Vorgeschmack auf den Sommer in den Walliser Bergen.

Die ideale Lage des Lötschentals lädt natürlich nicht nur in der kalten Jahreszeit zum Wintersport ein, sondern macht das Tal im Sommer zum perfekten Ort für Wandern in den Alpen, Unternehmungen mit dem Mountainbike, für Klettertouren in den Bergen und vieles vieles mehr.

Besonders die mehr als 200km gut ausgeschilderter Wanderwege laden zu erholsamen Märschen ein ariane01.jpg, entlang an kleinen Seen, Weiden und Wiesen, über Gletscher und hinauf zu Berghütten, von denen aus man einen gigantischen Blick ins Tal hat. Es bietet sich zum Beispiel für Familien mit Kindern die Wanderung entlang der Fafleralp auf dem sogenannten Sagenweg an. Gute drei Stunden ist man auf der leichten Wanderung unterwegs und erfährt dabei zahlreiche spannende Geschichten aus der Lötschentaler Sagenwelt.

Wer sich etwas mehr anstrengen möchte, kann auch die Rund-Wanderung von der Fafleralp zum Gletschertor unternehmen.
Diese dauert ebenfalls um die drei Stunde, ist jedoch etwas anspruchsvoller und erfordert größte Aufmerksamkeit beim Lesen der Markierungen. Vom Parkplatz Fafleralp aus geht es taleinwärts, über die Lonza-Brücke und in Richtung Grundsee, von dort aus weiter Richtung Guggistafeln beziehungsweise Guggisee; von dort beginnt der Abstieg zurück zur Fafleralp.

ariane02.jpg

Gute 1000 Höhenmeter bewältigt man auf der dreistündigen Wanderung von Ferden nach Obers Färda, etwas mehr Ausdauer und Zeit erfordert der beinah fünfstündige Aufstieg auf den 2796 Meter hohen Niwen, von dem aus man jedoch einen wunderbaren Ausblick über das Rhonetal genießen kann. Der Aufstieg startet an der Faldumalp und dauert bis zum Gipfel etwa 2,5 Stunden; der Abstieg geht deutlich schneller.

Von der Lauchernalp aus empfiehlt sich der gut eine Stunde und 30minütige Rundweg zum 2593 Meter hohen Hockenkreuz ( Hockuchriz). Von dort geht es weiter bergab zur Kummenalp, wo ein Gasthaus steht und hernach über den Höhenweg Lötschental zurück zur Lauchernalp. Bei mäßigem Tempo dauert diese Wanderung gute vier Stunden insgesamt.

Lötschental Tourismus bietet in seinem Wochenprogramm ariane05.jpgjeweils eine geführte Gletscherwanderung sowie eine Vogel- und Wildbeobachtung an und hält natürlich zahlreiche Informationen zu diesen und noch etlichen anderen Wanderungen parat.

Wer sich lieber zweirädrig fortbewegen möchte, kann sich beim Lonza Sport in Blatten ein passendes Mountainbike (Downhill- oder Freeride) leihen und eine der ausgeschilderten MTB-Routen folgen.

Wer klettern möchte, wendet sich am besten an Pius Henzen, seines Zeichens Bergführer für die Tourismusregion Lötschental (Tel: +41 (0)27 939 16 04). Für die Grundbedürfnisse des Kletterers mag jedoch auch die Kletterwand hinter dem Berghaus Lauchern auf der Lauchernalp genügen.

Neben den erwähnten Möglichkeiten bietet das Lötschental natürlich noch viel mehr: Drachenfliegen, Paragliding, Golf und Minigolf, Thermalbäder und und und… - aber das müssen Sie schon selbst rausfinden :-)




[...mehr]


Autor: Ariane

Ging es im ersten Teil hauptsächlich um allgemeine Fakten, konzentriert sich der zweite Teil der Lötschental-Reihe nun auf die Winterzeit im Lötschental.

dirkgroeger03.jpg

Wer den Winter im Lötschental kennt, weiß, was “schneesicher” bedeutet. Wenn in anderen Teilen Europas die Pisten schmelzen und Gras zum Vorschein kommt, hat das Lötschental immernoch zwei Meter Schnee zu bieten- Minimum. Durch die Lage des Tals, umgeben von etlichen Dreitausender, hat der im Wallis berüchtigte Föhn keine Chance, sich bis zum Talgrund durchzusetzen und die Schneeschmelze voranzutreiben- perfekt für den Wintersport bis ins späte Führjahr!

Erste Anlaufstelle für wintersporlichen Spaß im Lötschental ist die Lauchernalp. loetschental.jpg
Umgeben von der imposanten Bergkulisse des UNESCO-Welterbes liegt das gut mit einer Luftseilbahn, zwei Sesselbahnen, zwei Skiliften und einer Gletscherbahn erschlossene Skigebiet Lauchernalp zwischen 1950 und 3111 m ü. M. und bietet rund 33 km Pisten aller Schwierigkeitsgrade. Aber auch Langlaufloipen und markierte Winterwanderwege, Freeridegebiete und der Funpark für Snowboarder, 50 km Winterwanderwege, Höhen-Winterwanderweg auf über 3000 m ü. M. und vieles mehr bieten Zugang zur einzigartigen Schönheit und zur Einsamkeit des Lötschentals. Und Erholung für Eltern ist auch garantiert, zumindest drei Stunden am Tag, in denen sich der Nachwuchs im lauchernalpschen Kinderland sicher aufgehoben weiß.

Der höchste Winterwanderweg Europas führt von der neuen Bergstation der Gletscherbahn (an der sich auch eine fantastische Schautafel befindet, die das Bergpanorama erklärt) in etwa 45 Minuten auf den Hockenhorngrat von 3111 Meter ü.M.
Von dort genießen Wanderer eine unbeschreibliche Aussicht auf die Viertausender der Schweiz, Italiens und Frankreichs.

Infos zum Skipass für die Region Lauchernalp bekommt man unter Telefon 0041/27/9388998.
Und wer sich vorab selbst überzeugen möchte, wieviel Schnee dort liegt und wie das Wetter ist, kann ja mal einen Blick auf die WebCam mit stets aktuellen Bildern werden.

Zwei traditionelle Anlässe bereichern den Winter im Lötschental.
holzmaske.jpg Nebst dem Chinigrossli am Neujahrstag sind zur Fastnachtszeit die Tschäggätä los.
Beim Chinigrossli stellen drei junge Männer mit einem schön geschmückten Pferd die drei Könige dar. Nach Einbruch der Dunkelheit wird das Chinigrossli durch die Gassen des Dorfes und in die Stuben der Dorfbewohner geführt, während ein Sängerchor singend von Haus zu Haus marschiert. tschaegaettae02.jpg
Die Tschäggätä sind Gestalten, welche während der Fastnachtszeit einzeln oder in Gruppen durch die winterlichen Dörfer ziehen, um den Menschen Respekt beizubringen und Angst einzuflößen. Die Tschäggätä tragen alte Kleider, darübergeworfen Schaf- oder Ziegenfelle und die für das Tal typischen fratzenhaften, geschnitzten Holzmasken.

An Hotels und (meist von privat vermieteten) Chalets und Pensionszimmern mangelt es nicht, eine rechtzeitige Buchung empfiehlt sich jedoch, da die Unterkünfte vor allem in den Ferienzeiten recht schnell ausgebucht sind.    [...mehr]


Autor: Ariane

Duftende Wiesen, bimmelnde Kühe und lockende Wanderstrecken im Sommer, perfekte Skipisten und schneebedeckte Gipfel im Winter. Das Lötschental im Schweizer Kanton Wallis bietet dem Erholungsuchenden alles, was das erschöpfte Großstadtherz sucht.
Hier folgt nun Teil 1 einer dreiteiligen Serie über das Lötschental: Wann entstand es, wie gelangt man hin, wie sieht es aus?

 

Blick ins Lötschental ©Ariane Israel

Das schweizerische Lötschental liegt im Jungfrau-Aletsch-Bietschhorn-Gebiet der Berner Alpen, das als UNESCO-Weltnaturerbe unter Schutz steht. schweizkarte.jpg Der Fluss Lonza wird vom Anengletscher gespeist und durchfließt das Lötschental.
Das Tal ist von mehr als zwanzig Dreitausendern umgeben. In ihm leben rund 1500 Einwohner, auch Lötscher genannt.

Nördlich vom Tal befindet sich der Lötschenpass, ein seit der Bronzezeit begangener Weg, der dem Tal eine wichtige Bedeutung als Handelsweg bis in die Neuzeit verliehen hat.
Zahlreiche archäologische Funde belegen, dass bereits um 1000 v. Chr. Menschen im Lötschental siedelten. Die Bezeichnung “Lötschen” taucht erstmals 1181 auf.
Der Pass war bis ins 18. Jahrhundert die wichtigste Verbindung zwischen dem Oberwallis und dem Berner Oberland auf der anderen Seite der Bergkette, erhielt jedoch aufgrund zahlreicher zurückliegender Schlachten zwischen Wallisern und Bernern nicht das Wegerecht.
Aus einer Chronik des Jahres 1549 heißt es:

Neben Gestelen falt ein Wasser herfür in den Rodden, das heisst Lüntza, entspringt ob einer grossen meyl wegs gegen Mitternacht, und ein wenig gegen Auffgang, hinter dem Gebirg Bietschhorn ob Raren gelegen, und neben dem Lettschenberg. Von dises Wassers ursprung gehet ein pass gegen Mittnacht über den Berg Lettschen oder Lettscher hinüber inn Gastrun, und fürter gegen Kanderstäg im Frutiger tal, Berner gebiets. Dieser berg ist fast rauch, unwägsam und sörgklich zu wandern, und verfallen vil leut darauff.” loetschenpassch.jpg

Schon 1795 verfügten die Lötschen über eine eigene Verfassung und waren somit unabhängig von umliegenden Gemeinden.
1815 wurde das Wallis, und damit auch das Lötschental, als 20. Kanton in den Bund der Eidgenossen aufgenommen und rasch entwickelte sich die Region als Anlaufpunkt für Bergsteiger, Erholungssuchende und auch für die allmählich aufsteigende Industrie. Über diese Entwicklung kann man in einem Bericht aus dem Jahr 1888 lesen:

“Primitives, patriarchalisches Leben. Diese Bergbewohner haben so wenig Bedürfnisse, dass es keine Wirtschaft, keinen Weinausschank im Tale gibt. Man spielt nie für Geld. Die Mode ist unverändert seit Jahrhunderten. Alle Kleider werden im Tale selbst verfertigt aus einheimischer Wolle. In jedem Haushalt findet man die Weberei. Die Braut setzt noch den Schmuck ihrer Ahne auf, den schwarzen Hut mit breitem Goldrand, der aufbewahrt wird wie eine Reliquie. Die Söhne tragen die Festtagskleider ihrer Väter. Im Winter in den langen Abendsitzen spinnen die Frauen und erzählen die Alten den Jungen aus der Chronik des Tales und die wunderschönen Gletschersagen.”

1868 wurde das erste Hotel der Region eröffnet und vor allem englische Alpinisten wurden zu begeisterten und wiederkehrenden Gästen des Lötschentals.
In den nächsten Jahrzehnten entstehen etliche Hotels und Talstraßen.
Im “Großen Herder”, einem Lexikon aus dem Jahr 1954, findet man unter “Lötschental” diesen Eintrag:

“Lötschental, Schweizer Hochalpental auf der Südseite der Berner Alpen im Kt. Wallis, 26 km lang, 1950: 1400 E.; durch den 2692 m hohen Lötschberg(paß) verbunden mit dem Kandertal. Der Lötschbergtunnel (14,5 km lang, 1907/13 erbaut) vermittelt den Verkehr der Lötschbergbahn zw. Bern und Brig mit der Simplonbahn.”

1956 wird der erste Schlepplift unterhalb der Hockenalp errichtet; flooo79.jpgder Wintertourismus hält endgültig Einzug im Tal.

Heute ist das Tal vor allem bekannt für die Autoverladung zum Bahntransit durch den Lötschbergtunnel, im Sommer als beliebtes Wandergebiet und als Wintersportgebiet. Und nicht zu vergessen, für die bekannten Lötschental-Masken.

Für Bahnreisende ist Goppenstein der Eingang zum Lötschental.
Reist man mit dem Auto an, hat man, von Norden oder Osten kommend, zwei Möglichkeiten. Man kann die Autobahn benutzen und über Basel oder Zürich nach Bern fahren. Von da aus über die A6 bis Spiez und dann bis Kandersteg zur Autoverladung durch den Lötschbergtunnel.
Der erste Zug fährt gegen 5 Uhr, der letzte um 24 Uhr. Die Züge verkehren mindestens halbstündlich, an Wochenenden sowie von Juli bis Oktober öfter, die Fahrzeit durch den Tunnel beträgt etwa eine viertel Stunde.
Alternativ fährt man via Luzern, Brünigpass und Grimsel oder über Chur, Oberalppass und Furka ins obere Rhonetal, bis man bei Gampel/Steg ins Lötschental einbiegt. Nach einigen Serpentinen geht es da, wo das Lötschental eigentlich beginnt, in den Straßentunnel.
Natürlich kann man auch per pedes über den Lötschenberg oder von Leukerbad aus ins Lötschental gelangen, hierfür empfiehlt sich dann aber doch die Anschaffung eines Wanderführers oder sogar die Buchung eines Bergführers.

loetschenpass_karte.gif

[...mehr]